| Ökumenisches Miteinander |
Thema Ökumene
Nachdem es in den letzten Wochen viele – zum Teil erfreuliche, zum Teil auch besorgte und verärgerte - Äußerungen zum Thema Ökumene gegeben hat, wollen wir als Ältestenkreis unser Anliegen verdeutlichen.
Schon seit Beginn der Paul-Gerhardt-Gemeinde vor 57 Jahren gibt es gute ökumenische Beziehungen zur St. Antonius-Gemeinde. Zwischen den Gemeindegliedern und Hauptamtlichen bestand ein freundschaftliches Verhältnis. Sogar der Name unseres Gemeindefestes „Brückenfest“ geht auf eine Brücke zwischen den beiden Kirchengebäuden beim ersten Paul-Gerhardt-Gemeindefest zurück.
In den vergangenen Jahren hat sich die „ökumenische Freundschaft“ an vielen Stellen intensiviert. Über Jahre hinweg prägend waren die persönlichen Beziehungen, gemeinsame Bibelwochen, der schon Tradition gewordene gegenseitige Besuch bei den Gemeindefesten und deren Mitgestaltung durch die beiden Kirchenchöre sowie der Weltgebetstag der Frauen. Auch während des Zusammenwachsens der Gemeinden St. Antonius, St. Peter und St. Paul zur Pfarrei St. Peter haben sich weitere gemeinsame Aktivitäten entwickelt wie der Ökumenische Kinderbibeltag, der Ökumenische Jugendkreuzweg sowie ein jährlicher Gottesdienstbesuch in Paul-Gerhardt und in der Pfarrei St. Peter.
Aus der Beobachtung und Erfahrung heraus, dass trotz des guten Miteinanders wenig Vertrautheit mit und Wissen von der jeweils anderen Konfession vorhanden ist, wurde nach den Gottesdiensten jeweils zu einer ökumenischen Gesprächsrunde eingeladen, in der man über Gemeinsamkeiten und Unterschiede, über Vertrautes und Befremdliches sowie über gute und schlechte Erfahrungen in der Ökumene reden konnte. Diese Gesprächsrunden waren jedes Mal sehr intensiv und von vielen beeindruckenden persönlichen Erfahrungen geprägt. Konfessionelle Vielfalt – das war spürbar - bedeutet einen Reichtum an geistlichen Traditionen. In diesen Gesprächen wurde jedoch auch immer wieder deutlich, wie schmerzhaft es ist, dass das Miteinander von Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen an entscheidenden Stellen nicht möglich ist – besonders bei der Feier des Abendmahls bzw. der Eucharistie.
Freude und Schmerz motivieren uns, auf dem Weg zueinander und miteinander in der Ökumene weiterzugehen.
Wir wissen uns darin verbunden mit den vielen Gemeinden in Evangelischen Landeskirchen und den katholischen und freikirchlichen Schwestergemeinden, in denen ein lebendiges ökumenisches Miteinander gelebt und um die Überwindung kirchentrennender Unterschiede gerungen wird.
Für unser ökumenisches Miteinander vor Ort sind uns einige Abschnitte aus der Grundordnung der Evangelischen Landeskirche in Baden besonders wichtig:
In der Gemeinschaft der Getauften, deren Haupt Jesus Christus ist, haben alle Unterschiede der Menschen ihre trennende Bedeutung verloren. [Artikel 2 (1)]
Die Evangelische Landeskirche in Baden steht in der Gemeinschaft des Ökumenischen Rates der Kirchen. Mit ihm sucht sie die Zusammenarbeit mit allen christlichen Kirchen und Gemeinschaften. Als Unionskirche weiß sie sich dabei verpflichtet, kirchentrennende Unterschiede zu überwinden, und die in Christus vorgegebene Einheit der Kirche im Dienst an der Welt sichtbar werden zu lassen. [Artikel 4 (2)]
Das Recht zur Teilnahme am Abendmahl setzt die Taufe voraus. Zur Teilnahme am Abendmahl sind die Glieder aller christlichen Kirchen eingeladen. Wer am Abendmahl teilnimmt, soll angemessen darauf vorbereitet sein. [Artikel 10 (3)]
Wenn der Apostel Paulus in den Differenzen und Streitigkeiten seiner Gemeinden immer wieder auf Jesus Christus hinweist, in dem die Einheit der Christinnen und Christen vorgegeben ist, und wenn Jesus Christus seinen Vater um die Verwirklichung dieser Einheit bittet (Joh 17), dann ist das ökumenische Miteinander und das Ringen um Einheit nicht eine mögliche Option sondern ein Gebot.
Deshalb bitten wir die verschiedenen Gemeinden und die Kirchenleitungen, sich für das ökumenische Miteinander einzusetzen - in Gebet und Wort und Tat.
Der Ältestenkreis der Paul-Gerhardt-Gemeinde
Bruchsal, im Juli 2011 |
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