Aus dem Ältestenkreis 2/2016

Rückblick

 

Am 19. März hat sich die Paul-Gerhardt-Gemeinde unter dem Dach der ACG erneut an einer Demonstration des Bündnisses „Wir für Menschlichkeit“ beteiligt. Wie im letzten Jahr ging es darum zu zeigen, dass rechtsgerichtete,
ausländerfeindliche Extremisten in Bruchsal keine Chancen haben. Mit einem breiten Spektrum politischer Parteien, Gewerkschaften, sonstiger Gruppen und eben auch der christlichen Kirchen wurde eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht, dass die deutliche Mehrheit in unserer Stadt für Toleranz, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft steht. Der bedauerliche Zusammenstoß linker autonomer Gruppen mit der Polizei stand mit der eigentlichen Demonstration, die absolut gewaltfrei verlief, nicht im Zusammenhang.

 

Eine Vortragsveranstaltung, die ebenfalls einen engen tagespolitischen Bezug hatte und gut besucht war,  beschäftigte sich am 8. März mit einer Initiative der Badischen Landeskirche zur Friedensethik. Vortragender war Herr Stefan Maaß, Friedensbeauftragter der Landeskirche, der sich mit dem Thema am Beispiel des sog. Islamischen Staates (IS) beschäftigte. Über eines war man sich einig: Krieg darf grundsätzlich kein Mittel mehr sein, politische Ziele  durchzusetzen. Allerdings lässt ein Positionspapier der EKD von 2007 den Einsatz von Militär als letztes Mittel („ultima ratio“) zur Abwendung massivster Menschenrechtsverletzungen wie Genozid durchaus zu. Die Initiative der  Landeskirche geht hingegen einen Schritt weiter und fordert stattdessen absolute Gewaltfreiheit. Zwischen diesen Polen entbrannte eine lebhafte, kontroverse, aber doch faire Diskussion. Es wurden jedenfalls so viele Fakten und Auffassungen präsentiert, dass jeder Teilnehmer eine Grundlage hatte, sich seine eigene Meinung zu bilden.
Sicherlich ist angesichts der Weltlage die diesbezügliche Diskussion weiterzuführen.

 

Weitere Veranstaltungen, die positiv verbucht werden können waren ein Elternfrühstück, der gemeinsame Auftritt  von Femmes Vocales und dem Paul-Gerhardt-Chor, der Kinderkreuzweg am Karfreitag, die Gottesdienste an Ostern, sowie der Himmelfahrtsgottesdienst mit anschließendem Picknick, um nur einige zu nennen. Die Passionsandachten hätten hingegen besser besucht werden können. Hierüber werden wir in der nächsten Gemeindeversammlung in eine
Diskussion über die künftige Gestaltung eintreten müssen.

 

Besonders gefreut haben wir uns, dass auch in diesem Jahr die Konfirmanden ihren Abschlussgottesdienst einfallsreich, mit großem Engagement und mit zum Nachdenken anregenden Rollenspiel gestaltet haben. Erneut ein Konfi - Jahrgang, der zuversichtlich in die Zukunft blicken lässt.

 

Ausblick

 

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus! Damit meine ich selbstverständlich auch unser diesjähriges Brückenfest  am 17. Juli, zu dem die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren laufen. Wir hoffen, dass es auch dieses Jahr wieder ein Fest der Begegnung, des fröhlichen Miteinanders und des regen Austausches wird, bei dem auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen soll. Wie immer sollen die verschiedenen Darbietungen das Ganze aufl ockern, auch die traditionelle Nietenverlosung als abschließender Höhepunkt wird nicht fehlen. Das Organisationsteam um Günter Bader ist bemüht, Erfahrungen der letzten Jahre in Verbesserungen umzusetzen. Sollte es dennoch die ein oder andere Verzögerung z.B. beim Service geben, wird gebeten, sich an die vor Ort Verantwortlichen zu wenden.

 

Das eigentliche Großereignis ist der Start des Reformjubiläums, mit dem die evangelischen Christen am 31.10.2017 den 500. Jahrestag des Thesenanschlags, mit dem Martin Luther die Reformation eingeleitet hat, begehen. Auch in der Badischen Landeskirche und speziell in Bruchsal soll das Jubiläum nicht nur in vielfältigen Veranstaltungen und Aktivitäten gefeiert werden. Es wird vor allem darauf ankommen, sich mit den Gedanken und Zielsetzungen des  Reformators Luther auseinanderzusetzen und das nicht nur historisch-theologisch, sondern vor allem auch in Bezug auf unserer heutige Zeit mit ihren gesellschaftlichen Strömungen, Konflikten und Gefahren.

 

Zur Eröffnung des Reformationsjubiläumsjahres wird der Kirchenbezirk Bretten-Bruchsal vom 28. Oktober bis zum 1. November 2016 einen Bezirkskirchentag in Bruchsal veranstalten. Der Eröffnungsgottesdienst in der Lutherkirche wird von unserem Landesbischof Dr. Cornelius-Bundschuh geleitet. Es werden eine ganze Reihe weiterer Veranstaltungen folgen, darunter u.a. ein Kammermusical mit dem Titel „Wenn Engel lachen…die Liebesgeschichte der Katharina von
Bora“, das Kirchenkabarett „Don Camillo“ und im Rahmen des Jugendtages die „Church Night“ mit Mr. Joy. Am Sonntag wird ein „Markt der Möglichkeiten“ in der Handelslehranstalt/ Stadtgrabenstraße aufgebaut, in dem neben Workshops und Mitmachaktionen die Gemeinden/Regionen im Bezirk die Gelegenheit haben sich vorzustellen.


Hierzu haben wir im Ältestenkreis erste Überlegungen angestellt, was die Paul-Gerhardt- Gemeinde zur lebendigen Gestaltung dieses zentralen Events beitragen könnte. Neben dem Auftritt unserer Band unter dem Motto „PG rockt
Luther“ sollen Flyer der verschiedenen Gruppen, sowie Präsentationen von unserem 60-jährigen Jubiläum in Wort und Bild angeboten werden. Jedenfalls werden die Gemeindemitglieder herzlich gebeten, mitzumachen durch regen Besuch, vor allem aber auch durch aktive Mitgestaltung.

 


Auch der Gesamtältestentag der Kirchengemeinde hat sich am 9. April schwerpunktmäßig mit dem  Reformationsjubiläum beschäftigt. Entstanden ist eine ganze Reihe von Anregungen, die über den initialen Bezirkskirchentag hinaus ins eigentliche Jubiläumsjahr 2017 hineinwirken sollen. „Reformationsjubiläum….das ist Freiheit“ wird das Motto für 2017 sein. Dabei sollte es interessant sein, Luthers Freiheitsbegriff wie er ihn in seiner bekannten Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ formuliert bzw. defi niert hat, in unsere heutige Zeit zu projizieren und mit unseren heutigen modernen Vorstellungen von Freiheit zu vergleichen und zu diskutieren. Hierzu wird es eine
Veranstaltungsreihe geben, die für den Zeitraum vom 20. Januar 2017 bis 16. Februar 2017 vorgesehen ist.

 

Als weitere Projekte sind geplant:
- das Thema „Musik und Kunst“ mit einem Abend mit Reformationsliedern, sowie eine Wanderausstellung zum Thema „Reformation“,
- das Thema „Toleranz“, bei dem man sich sicherlich auch mit der heiklen Thematik „Luther und die Juden“  auseinandersetzen muss,
- ein Projekt „Luther in Bruchsal“, das mit Hilfe moderner Medien den Reformator in Bruchsal präsent machen soll und schließlich
- eine Predigtreihe zum Thema.


Weitere Einzelheiten werden in der nächsten Zeit erarbeitet und den Gemeinden vorgestellt. Weitere Anregungen sind selbstverständlich willkommen. Die Vorbereitung all dieser Aktivitäten wird viel Zeit und Engagement beanspruchen, aber es wird auch sicherlich für uns alle eine Bereicherung sein, sich anlassbezogen einmal wieder mit den Grundlagen unseres christlichen Glaubens im Allgemeinen und unserer evangelischen Konfession im Besonderen
auseinanderzusetzen.


Last but not least soll betont werden, dass auch ökumenisches Gedankengut nicht zu kurz kommen soll und in diesem Sinne auch die Einladung von Christen der anderen Konfessionen erfolgen wird.  Hat doch Luther nicht primär eine Kirchenspaltung, sondern in erster Linie eine Reformation im Sinne gehabt!

 


Jürgen Dick

 

 

Nächste Termine Ältestenkreis:

 

15.9.2016

13.10.2016

10.11.2016

8.12.2016

Aus dem Ältestenkreis 1/2016

1. Marc Kamlah erneut zum Vorsitzenden des Ältestenkreises gewählt

Da die Wahl von Marc Kamlah zum Vorsitzenden des Ältestenkreises auf seinen Wunsch hin zunächst auf zwei Jahre begrenzt war, stand in der ersten Sitzung des neuen Jahres eine  Neuwahl an. Erfreulicherweise hat sich Herr Kamlah auf Bitten des ÄK bereit erklärt, trotz  gestiegener berufl icher Belastung das Amt weiterzuführen. Dieses Mal wurde er bis zum Ende der Wahlperiode gewählt.
Wir sind froh, dass damit nicht nur die Kontinuität in der Leitung sichergestellt wird, sondern wir nach wie vor auf seine umsichtige und vertrauensvolle Arbeit bauen können. Wir werden Marc Kamlah nach besten Kräften unterstützen und erbitten dasselbe von der gesamten Gemeinde.


2. Einläuten des Sonntags
Nach bisheriger Regelung wurde der Sonntag von den Glocken der Paul-Gerhardt-Kirche jeweils am Samstagabend um 19.00 Uhr eingeläutet. Da die Vorabendmesse in der benachbarten katholischen Kirche St. Anton um 18.30 Uhr beginnt, wurde unser 5-minütiges Läuten während des Höhepunktes der dortigen Liturgie zum Teil als störend empfunden. Auf Bitten von Pfarrer Ritzler hat der ÄK beschlossen, in Zukunft bereits um 18.00 Uhr läuten zu lassen. Damit sind wir im Geiste der Ökumene und des einvernehmlichen Miteinanders dem Wunsch unserer katholischen Glaubensbrüder und -schwestern entgegengekommen. Die Glocken der beiden benachbarten Kirchen läuten ab April zur selben Zeit.


3. Rückbetrachtung auf die Weihnachtsgottesdienste
Erneut war der Familiengottesdienst am Heiligen Abend überaus gut besucht. Den aktiven Gestaltern, die sich erneut sehr viel Mühe gemacht und eine lebendige Weihnachtsstimmung verbreitet haben, gilt ein herzliches Dankeschön. Die Paul-Gerhardt-Kirche war bis auf den letzten verfügbaren Platz besetzt, die Kapazitäten waren damit bis zum Äußersten ausgeschöpft. Es wird um Verständnis gebeten, dass die mit einem so außerordentlich
großen Andrang verbundenen organisatorischen Schwierigkeiten zur Folge haben, dass nicht jeder Wunsch zur vollsten Zufriedenheit erfüllt werden kann. Für konstruktive Verbesserungsvorschläge sind wir dankbar.
Positiv aufgenommen wurde die Übertragung des Gottesdienstes in den Gemeindesaal. Allerdings ist die Qualität der Aufnahmen verbesserungsfähig. Daher soll eine neue Kamera beschafft werden. Die neue Technikanlage (Lautsprecher/Mischpult) hat sich besonders bewährt. Erneut muss darauf hingewiesen werden, dass die maximale Belastbarkeit der Empore bei 25 Personen liegt und daher der Wunsch vieler Besucher, den Gottesdienst von dort oben zu verfolgen, nur begrenzt entsprochen werden kann.


Auch die Christmette um 22.00 Uhr, der Gottesdienst am 1. Feiertag mit Auftritt des Paul-Gerhardt-Chores und erfreulicherweise auch das Liedersingen am 2. Weihnachtsfeiertag fanden eine gute Resonanz.


4. Jugendarbeit
Paul-Gerhardt ist eine von 12 Gemeinden, die an einer Studie der Universität Tübingen über Struktur und Erfolgsrezept von kirchlicher Jugendarbeit einbezogen wurde. Damit verbunden ist selbstverständlich auch die Hoffnung vom Studienbericht konkrete Erkenntnisse und Anregungen zu erhalten.


5. Künftige Nutzung des Fledermausschuppens

Durch den unermüdlichen Einsatz von Hermann Biedermann und seinem Bauteam konnte die Renovierung des Fledermausschuppens mittlerweile erfolgreich abgeschlossen werden. Der Raum ist nicht wiederzuerkennen, erstrahlt in neuem Glanz und vermittelt jetzt eine helle, freundliche Atmosphäre. Das verpfl ichtet aber auch dazu, in Zukunft mit den Räumlichkeiten pfl eglich umzugehen. Selbstverständlich soll der Fledermausschuppen wieder ein Zentrum für die Jugendarbeit werden. Für sportliche Aktivitäten wie Fußballspielen etc. steht er hingegen nicht zur Verfügung! Einzelheiten der Nutzung werden noch mit dem Gruppenleitern abgesprochen.


Jürgen Dick

 

Termine Ältestenkreissitzungen:

16. Juni 2016

21. Juli 2016

Aus dem Ältestenkreis 4/2015

Das Kirchenjahr ist zu Ende gegangen, erneut Anlass für ein kurzes Innehalten, für Rück- und Ausblick.
Wenngleich wir auch in diesem Jahr von liebgewonnenen Gemeindemitgliedern für immer Abschied nehmen mussten, so überwiegt dennoch die dankbare Erinnerung an viele schöne Stunden der gemeinsamen Erlebnisse und des Austausches im christlichen Miteinander.

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