Aus dem Ältestenkreis 4/2016

1. Wo ist die Zeit geblieben?


Eins, zwei drei! Im Sauseschritt läuft die Zeit, wir laufen mit.
Die altbekannten Verse von Wilhelm Busch kamen mir in den Sinn, als ich wieder einmal vor die Aufgabe gestellt war, aus dem Ältestenkreis zu berichten. Schon wieder ein Kirchenjahr, das zu Ende gegangen ist; eine der üblichen zeitlichen Zäsuren, die dazu anregen, innezuhalten, eine kurze Bilanz zu ziehen, über erreichte oder nicht erreichte Ziele zu sinnieren, Konsequenzen zu ziehen und Pläne für den nächsten Zeitabschnitt zu schmieden. Dabei hat man nicht selten das Gefühl, dass einem die Zeit davonläuft.

Die Zeit ist materiell nicht fassbar, sie ist nicht festzuhalten oder gar zurückzudrehen, obwohl wir das manches Mal gerne möchten. Offensichtlich bestehen zwischen der subjektiv wahrgenommenen Zeit und der objektiv messbaren oft deutliche Differenzen, wobei ein ereignisreicher Zeitraum eher kurz erscheint und wie im Fluge vergeht. Eine entsprechend pragmatische Hilfestellung gibt der Schriftsteller und Historiker Golo Mann: Nicht die schiere Zeit zählt für das nachdenkende Gefühl, sondern das, was in ihr geschah. Insofern wäre das objektive Gefühl der im Sauseschritt verlaufenen Zeit in erster Linie auf ihren Ereignisreichtum zurückzuführen.

Dies gilt sicherlich auch für unser Gemeindeleben im abgelaufenen Kirchenjahr, auf das wir erneut trotz schmerzlicher Verluste von liebgewonnenen Gemeindemitgliedern in Dankbarkeit zurückblicken können. Dabei geht es gar nicht um spektakuläre Ereignisse, sondern um die vielen Begegnungen in Gottesdiensten, Freizeiten, Brückenfest, Gruppenarbeit und vielen anderen Aktivitäten. Besonders zu erwähnen ist sicherlich die große Aktion im Bündnis für Menschlichkeit, in dem erneut für Toleranz und christliche Nächstenliebe demonstriert wurde. Bei aller Sorge um die Zukunft einer im Umbruch befindlichen und spannungsgeladenen Welt, haben wir Christen allen Grund und auch das Rüstzeug, um unbeirrt an der Zukunft zu bauen. Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann heißt es hierzu passend im Brief an die Galater 6,10. Dabei haben wir auch keinen Grund, am Verrinnen der Zeit zu verzagen.

In einem schönen Kirchenlied von Peter Strauch heißt es am Schluss:
Stunden, Tage, Jahre gehen hin,
und ich frag, wo sie geblieben sind
Meine Zeit steht in deinen Händen,
nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden,
gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.


Und Martin Luther soll einst gesagt haben:

Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.

 


2. Vom Rückblick zum Ausblick


Damit wären wir beim Schwerpunkt des neuen Kirchenjahres, den Feiern zum 500-jährigen Reformationsjubiläum. Der erst kürzlich in Bruchsal stattgefundene Bezirkskirchentag gab hierzu den Auftakt mit zahlreichen Veranstaltungen und Workshops. Auch unsere Paul-Gerhardt- Gemeinde war aktiv beteiligt, hat an einem Stand ihr Verständnis von lebendigem Gemeindeleben präsentiert und mit einem Eintopfessen für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. Besonders beeindruckend war der ökumenische Gottesdienst in der bis auf den letzten Platz besetzten Stadtkirche.

Im neuen Jahr wird die Veranstaltungsreihe zum Reformationsjubiläum fortgesetzt. Die vorgesehenen Aktivitäten sollen jeweils rechtzeitig veröffentlicht werden. Erneut sei darauf hingewiesen, dass es dabei nicht nur um einen historischen Rückblick auf die Ereignisse zu Beginn des 16. Jahrhunderts geht. Vielmehr bietet sich die Gelegenheit
einer Auseinandersetzung mit den Gedanken und Zielsetzungen des Reformators bzw. der Reformatoren (Luther war nicht alleine, sondern wurde durch tatkräftige Mitstreiter unterstützt, darunter der in Bretten geborene Melanchthon!) und ihrer Bedeutung für unsere heutige Zeit.


Auf zwei Veranstaltungen, die bereits im ersten Quartal des neuen Jahres stattfinden und an denen auch Gemeindemitglieder aktiv teilnehmen, möchte ich besonders hinweisen:


ˆDas Pop-Oratorium Luther mit Beteiligung des deutlich verstärkten PG-Chores am 12. Februar in der SAP-Arena in Mannheim. Als Chormitglied kann ich meine ersten Eindrücke von den Proben wiedergeben:
Eine spannende Story mit mitreißenden Melodien, bei der man außerdem eine Geschichtsstunde über Luthers Beweggründe und sein Auftreten beim Reichstag in Worms erhält. Absolut empfehlenswert!

Eine Vortragsreihe über eines der Kernthemen Luthers, Von der Freiheit eines Christenmenschen  (geplante Termine 2., 9. und 16. Februar), eine Thematik, aus der sicherlich auch aktuelle Bezüge herzustellen sind.

Außerdem wird Pfr. Schowalter in den Gottesdiensten auf das Schwerpunktthema Reformation eingehen, u.a. mit Liedpredigten zu Reformationsliedern, einer thematischen Predigtreihe und verschiedenen Schriften von Luther.

Ergo: Ein interessantes und spannendes Jubiläumsjahr, auf das wir uns freuen können.

 


3. Aktuelle Informationen


Nun könnte der Leser dieser Zeilen den Eindruck gewinnen, dass sich der Ältestenkreis in seinen letzten Sitzungen vorrangig mit Fragen der Zeit, einer Bilanzierung des vergangenen Kirchenjahres und dem Reformationsjubiläum beschäftigt hat. Dies ist selbstverständlich nicht der Fall. Erneut gab es eine Fülle von administrativen und organisatorischen Fragen des Gemeindealltages zu diskutieren und zu entscheiden. Daher zum Abschluss die wichtigsten Maßnahmen bzw. Planungen:

ˆEs wird eine Lizenz beschafft zum Eigenfertigen von Liederbüchern für Jugend-/ Hauskreise, Gemeindeereignisse, Bandproben etc..

ˆProjekt Induktives Hören für Hörgeschädigte im Gottesdienst: Vorbild ist eine entsprechende Installation in einigen Kirchenbänken in Heidelsheim. In einer Umfrage soll eine Bedarfsermittlung für die Paul-Gerhardt-Gemeinde durchgeführt werden. Wenn Sie dazu Anregungen und Gedanken haben, bitten wir Sie, sich bei den Ältesten oder im Pfarramt zu melden.

Die Projekte der Renovierung des Lindenhofes sowie der Küchensanierung wurden weiter vorangetrieben. Wenn alle Genehmigungen erteilt sind, wollen wir im ersten Halbjahr noch einige Schritte tun.

Die Regale im Kirchenfoyer mit den Info-Flyern bzw. Zeitschriften sollen in Zukunft durch übersichtlichere Gestaltung zu vermehrtem Einblick seitens der Gemeindemitglieder anregen. Nehmen Sie bitte die Gelegenheit wahr, sich dort über zahlreiche interessante Veranstaltungen und Institutionen, die nicht alle in den Abkündigungen erwähnt werden können, zu informieren.

Auch für den Ältestenkreis verfliegt die Zeit. Die Hälfte der Amtsperiode ist bereits absolviert. Auch dies ist eine Zäsur, bei der sich die Frage stellt: Was hatten wir uns vorgenommen, was haben wir wirklich erreicht? Die Diskussion dieser Fragestellung wird Gegenstand unserer Ältestenrüstzeit (man könnte es auch Klausurtagung nennen) am 10./11.3. in Bad Herrenalb sein. Über die Ergebnisse soll in der nächsten Gemeindezeitung berichtet werden.

Abschließend darf ich im Namen des gesamten Ältestenkreises der Gemeinde ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr 2017 wünschen!


Jürgen Dick

 

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