Aus dem Ältestenkreis 3/2016

Neben der Nachbetrachtung einiger Veranstaltungen und den laufenden organisatorischen Maßnahmen, hat sich der Ältestenkreis in seinen letzten Sitzungen auch mit zwei Themen von grundsätzlicher Bedeutung befasst. Sie zeugen davon, dass die Kirche kein isolierter sozialer Raum ist, sondern auch den Einfl üssen eines sich ständig verändernden  gesellschaftlichen Umfeldes unterworfen ist.


Grundsätzliches


Gottesdienstliche Begleitung und Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften

Die Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden hat am 23.4.2016 mit Drei-Viertel- Mehrheit beschlossen,  dass gleichgeschlechtliche Paare, die eine eingetragene Lebensgemeinschaft vor dem Standesamt eingegangen sind, in einem öffentlichen Traugottesdienst gesegnet werden können.
Der bisher gültige Beschluss vom 12.4.2003, wonach die Landessynode die geistliche Begleitung gleichgeschlechtlicher Paare befürwortete, diese aber ausschließlich im Bereich der Seelsorge stattfi nden sollte, wurde als nicht mehr  tragfähig angesehen. Der jetzt getroffene Beschluss entspricht einer Regelung, die bereits in einer Mehrzahl der Gliedkirchen der EKD praktiziert wird.
Damit soll dem Wunsch von gleichgeschlechtlichen Paaren, die in eingetragener Partnerschaft leben, entsprochen werden, Gottes Segen für den gemeinsamen Weg zu fi nden.
Bereits in der Diskussion im Vorfeld des Beschlusses war dieser auch unter den Synodalen nicht unumstritten. Es gab Auffassungen, die davon ausgingen, dass „jedes segnende Handeln von einer positiven biblischen Aussage her abgeleitet werden und darauf gründen muss“.
Zieht man die wichtigsten konkreten Aussagen der Bibel zum Thema „Homosexualität“ (vor allem im 3. Buch Mose, 18. und 20. Kapitel, sowie bei Römer 1, 26 f.) heran, so wird dort homosexuelles Verhalten ausnahmslos negativ bewertet, wobei Homosexualität im biblischen Gesamtzeugnis eher ein Nebenthema ist und bei der überlieferten
Verkündigung Jesu keine Rolle spielt.
Den konkreten und eindeutigen ablehnenden Aussagen der Bibel, stellen die Befürworter des Synodalbeschlusses „zwei sehr starke und sich durch die Bibel ziehende Impulse für Nächstenliebe und gegen Ausgrenzung und Diskriminierung“ entgegen (Weitere Einzelheiten sind unter www.ekiba.de/content/homosexualitaet
nachzulesen).
Der Ältestenkreis hat sich in seiner letzten Sitzung mit der Thematik auf der Grundlage eines von Pfr. Schowalter vorbereiteten Diskussionspapiers auseinandergesetzt. Dabei wurden ähnliche unterschiedliche Standpunkte eingenommen. Konsens bestand darin, dass gleichgeschlechtlich orientierte Menschen nicht diskriminiert werden dürfen. Dabei stellt sich allerdings die Kernfrage, ob die bisherige Unmöglichkeit einer gleichgeschlechtlichen kirchlichen Trauung bereits eine Diskriminierung darstellt. Grundsätzlich handelt es sich bei der Thematik um ein Problem der Schriftauslegung im Kontext des vom Zeitgeist geprägten öffentlichen Diskurses. Keinesfalls handelt es sich um die Frage von Christsein oder nicht!

Der Beschluss der Landessynode trägt den bestehenden Zweifeln Rechnung. Ob ein/e Pfarrer/in ein Trauung gleichgeschlechtlicher Partner vornimmt, ist seiner/ihrer persönlichen Entscheidung überlassen. Wenn der/die Pfarrer/
in die Trauung nicht selbst übernehmen möchte, beauftragt der Dekan/die Dekanin einen anderen.
Außerdem steht noch eine Änderung der „Lebensordnung Ehe und kirchliche Trauung“ an, bei der die Bezirkssynoden und die Ältestenkreise gehört werden müssen. Dies ist noch nicht geschehen.

 

Taufbegehren von Asylbewerbern

Die Aufnahme von Flüchtlingen in die Gemeinschaft der Christen durch die Taufe ist grundsätzlich willkommen. Dennoch ist die Landeskirche vorsichtig und vertritt die Auffassung, dass die Taufe vor Missbrauch geschützt werden muss. Offensichtlich gehen muslimische Asylbewerber irrtümlich davon aus, dass eine Taufe Vorteile im Asylbewerberverfahren bringen könnte. Wie schon früher festgelegt, soll daher nur dann getauft werden, wenn vorher ein Taufunterricht besucht wurde. Entsprechende Angebote existieren, Auskunft erteilt das Pfarramt.

 

Veranstaltungen

Gemeindefreizeit in Zukunft fester Bestandteil des Jahresprogrammes

Auch in diesem Jahr fand die Gemeindefreizeit eine überaus positive Resonanz. Insbesondere die Auswahl des Hauses mit den angebotenen Serviceleistungen hat sich als überaus vorteilhaft erwiesen. Konnten doch dadurch, wie erhofft,
die Teilnehmer entlastet werden und sich den eigentlichen Themen, Inhalten und Aktivitäten der Freizeit in vollem Umfang widmen.
Als Konsequenz wurde entschieden, die Gemeindefreizeit endgültig zu einem festen Bestandteil der  Gemeindeangebote zu machen und künftig jährlich durchzuführen.
Insbesondere die Begegnung von jungen und älteren Gemeindemitgliedern wird als konstruktiv und gewinnbringend angesehen. Die Neu-Konfi rmierten sollen daher gezielt eingeladen werden.

 

Rückblick auf das Brückenfest 2016

Das diesjährige Brückenfest mit vielen Aktivitäten für Jung und Alt war aus Sicht des ÄK erneut ein voller Erfolg. Durch optimierte Organisation und einer größeren Helferzahl konnten Engpasssituationen bei der Essen- und  Getränkebestellung in diesem Jahr weitgehend vermieden werden. Ein großes Dankeschön an alle Organisatoren, Bedienungen, Helfer an den verschiedenen Stationen und diejenigen, die im Hintergrund gewirkt haben.

 

Organisatorisches


Kindergartenbeiträge

Die Kindergartenbeiträge müssen leider erhöht werden, wofür es im Wesentlichen drei Gründe gibt:
- Gestiegene Tarife für Erzieherinnen (Anmerkung: sicherlich eine berechtigte Maßnahme),
- ein 20% - Anteil der Deckung der Unkosten durch Elternbeiträge muss erreicht werden (was bisher noch nicht der Fall war)
- eine Veränderung der Zweitkinderregelung.

Die Kindergartenbeiträge werden gemeinsam von der Ev. Kirchengemeinde Bruchsal und dem Katholischen Stiftungsrat festgelegt, um in den kirchlichen Kindergärten gleiche Beitragsstrukturen zu haben.


Renovierungsprojekt 2017 Lindenhof

Nachdem durch unermüdlichen Einsatz unseres Bauteams in den letzten Jahren die Renovierung des Kirchengebäudes deutliche Fortschritte gemacht hat, hat der ÄK für 2017 die überfällige Renovierung des Lindenhofes als nächstes
größeres Infrastrukturprojekt beschlossen. Die voraussichtlichen Kosten wurden mit über 30 000 EUR veranschlagt. Eine Vorkalkulation hat ergeben, dass unter Rückgriff auf die Substanzerhaltungsrücklage die Finanzierung machbar
ist. Eingehendere Informationen werden bei der nächsten Gemeindeversammlung bekanntgegeben


Jürgen Dick

 

 

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