Aus dem Ältestenkreis 3/2017

Besprechung mit der Dekanin des Kirchenbezirks Bretten-Bruchsal Frau Gabriele Mannich

 

Wie in der letzten Ausgabe der Gemeindezeitung angekündigt fand am 20.7. eine Besprechung des Ältestenkreises mit unserer Dekanin Frau Gabriele Mannich statt. Gegenstand der Unterredung waren personelle und finanzielle Entwicklungen in der Badischen Landeskirche, ihre Auswirkungen auf Kirchenbezirk und Kirchengemeinde, sowie
die zu ziehenden Konsequenzen und die zu treffenden organisatorischen Maßnahmen. Frau Dekanin Mannich konnte die bereits berichteten Trends bestätigen und quantitativ weiter spezifizieren. Vorrangige Herausforderung wird der sich deutlich abzeichnende Pfarrer-Mangel sein. Die kritische Phase beginnt mit den Jahren 2022-2025 und erreicht ihren negativen Höhepunkt im Jahre 2030. Von den derzeit 960 badischen Pfarrern wird bis dahin mehr als die Hälfte (490) in den Ruhestand gehen. Da pro Jahr nur ca. 25 junge Pfarrerinnen und Pfarrer nachrücken, ist damit zu rechnen, dass ca. 200 Stellen nicht nachzubesetzen sind. Zwar ist auch die Zahl der zu betreuenden evangelischen Christen leicht rückläufig, dennoch wird die Entwicklung erhebliche Auswirkungen auf die Dichte der seelsorgerischen  Betreuung und auf die Gemeindestrukturen haben.

 

Die ungünstige finanzielle Entwicklung verschärft die Situation weiter. Ab 2025 muss damit gerechnet werden, dass der Haushalt der Landeskirche nicht mehr ausgleichsfähig ist und bereits aus diesem Grund eine Reduzierung
der Stellenumfänge erforderlich wird. Grundsätzlich strebt die Landeskirche an, auch in Zukunft flächendeckend präsent zu sein, dennoch können Zusammenlegungen und die Schwerpunktbildung kirchlicher Aktivitäten nicht vermieden werden. Ehrenamtliches Engagement wird eine noch größere Rolle spielen, noch kritischer als bisher wird
man prüfen müssen, für welche kirchliche Veranstaltung der theologisch ausgebildete Pfarrer wirklich gebraucht wird; wo und wie kann er von Managementaufgaben entlastet werden? Welche Gruppen und Kreise können über die
Grenzen der Pfarrgemeinde hinaus angeboten werden? Wie kann für den Pfarrerberuf geworben werden, wie die Arbeitsbedingungen attraktiver und familienfreundlicher gestaltet werden? Dies ist nur ein Teil der Fragen, mit
denen sich die Kirche in den nächsten Jahren auseinandersetzen muss.

 

Was die Durchführung betrifft, ist vorgesehen, nach einer gründlichen Analyse für die einzelnen Kirchenbezirke konkrete Reduzierungen von Pfarrerstellen und anderen Hauptamtlichen vorzugeben. Auf der Basis dieser vorgegebenen Eckdaten werden die Kirchenbezirke und Kirchengemeinden dann Vorschläge erarbeiten können, wie mit den reduzierten personellen Ressourcen eine möglichst optimale Struktur und Aufgabenwahrnehmung möglich ist.
Ganz konkret wird die in Bruchsal anstehende Visitation 2018 eine wichtige vorbereitende Bestandsaufnahme sein. Sie sollte daher nicht als lästige und mit hohem Arbeitsaufwand verbundene Pflicht, sondern als Chance wahrgenommen werden, die verschiedenen Facetten unserer Gemeindearbeit in ihrer Bedeutung nach außen darzustellen und für
ihre Fortführung zu werben.

 

Dennoch: Nicht jede Gemeinde muss alles bieten. Wir werden uns noch mehr als bisher für gemeinsame Aktivitäten mit den Nachbargemeinden öffnen müssen, einschließlich der wichtigen Fragestellung, was die Ökumene leisten
kann, um lebendiges christliches Leben und Bekennen auch unter den veränderten Rahmenbedingungen zu  ermöglichen.


Jürgen Dick

Aus dem Ältestenkreis 2/2017

 1. Visitation 2018 – unter dem Zeichen künftiger Herausforderungen

1.1 Grundlagen

Im nächsten Jahr steht die Visitation derKirchengemeinde Bruchsal und ihrer einzelnen Pfarrgemeinden an, ein Projekt, das uns spätestens nach Abschluss der Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum vorrangig beschäftigen und umfangreiche Vorbereitungen erfordern wird. Daher ist es sinnvoll, uns die wesentlichen Grundlagen und Ziele einer Visitation in Erinnerung zu rufen:

Sie „sucht die Stärkung und Weiterentwicklung kirchlichen Lebens… hat die Aufgabe, die Besuchten durch Anerkennung der bisherigen Arbeit zu ermutigen, mit ihnen Ziele der künftigen Arbeit zu vereinbaren, sowie deren Erreichung zu überprüfen…“. (Auszug aus Handbuch für Kirchenälteste der Evangelischen Kirche in Baden, S.37/38, ausführlich in: http:/www.ekiba.de/visitation).

 

1.2 Hintergründe

Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass die Visitation 2018 nicht nur eine Routineangelegenheit ist, sondern im Zeichen künftiger struktureller Veränderungen in den Kirchengemeinden steht, die auf die Entwicklung der Personalsituation der

evangelischen Pfarrer/-innen zurückzuführen sind. Die hohe Zahl von planmäßigen Pensionierungen kann in den nächsten Jahren nicht durch eine entsprechende Zahl von Ordinationen junger Theologen kompensiert werden; mit einem Rückgang von 15-25% ist zu rechnen. Konsequenz ist, dass nicht mehr alle derzeitigen Stellen besetzt werden können, was zwangsläufig organisatorische Straffungen und Zusammenlegungen auf Ebene der Kirchen- und Pfarrgemeinden zur Folge hat. Um flexibel reagieren zu können und nicht einem „Diktat von oben“ ausgesetzt zu sein, geht es jetzt darum, sich rechtzeitig Gedanken zu machen, wie man selbst den Umbruch aktiv gestalten und eigene konstruktive Vorschläge unterbreiten kann. Hierzu wird am 20.7. eine vorbereitende Besprechung des Ältestenkreises mit Dekanin Mannich stattfinden.

Auf dieser Grundlage soll dann im Herbst im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung der ÄK auf Ebene der Kirchengemeinde eine Bestandsaufnahme und eine gegenseitige Information der Pfarrgemeinden durchgeführt werden. Dabei muss identifiziert

werden, welche Strukturen bzw. Aktivitäten in Zukunft ggf. gemeinsam zu nutzen und welche zwingend weiter auf Ebene der Pfarrgemeinde vorzuhalten sind.

Wir werden uns bemühen, die Gemeinde über die weitere Entwicklung dieser zentralen Thematik auf dem Laufenden zu halten.

 

2. Rüstzeit des Ältestenkreises

Am 10./11. März traf sich der ÄK zu einer Rüstzeit im Haus der Kirche in Bad Herrenalb, eine Gelegenheit, sich unabhängig von der routinemäßigen Arbeit über grundsätzliche Themen und Zukunftsperspektiven auszutauschen. Selbstverständlich stand die oben

angesprochene Thematik im Mittelpunkt. Die wichtigsten Ergebnisse können auf der Grundlage des von Cordula Völker angefertigten Protokolls wie folgt zusammengefasst werden:

 

2.1 Datenbasierte Bestandsaufnahme

Eine wichtige Vorbereitungsmaßnahme für die anstehende Visitation ist eine datenbasierte Bestandsaufnahme. Einzelheiten zeigen die beigefügte statistische Analyse der Gemeindezahlen und die von Matthias Schenk zusammengestellten Grafiken.

Der negative Saldo in der Entwicklung der Gemeindemitgliederzahlen ist vornehmlich auf die negative Differenz von Zu- und Wegzügen evangelischer Bürger im Gemeindegebiet zurückzuführen. Das betrifft besonders deutlich junge Familien mit Taufkindern. Ca. 50% der Austritte stammen von Neuzugezogenen, die den Ortswechsel zum Anlass nehmen auszutreten, langjährige Mitglieder treten eher selten aus. Ältere Menschen, die ins Altersheim umziehen, werden automatisch zur Luthergemeinde umgemeldet, nur teilweise erfolgen Rückmeldungen.

Die Beteiligung an den Gemeindeaktivitäten ist durchaus positiv zu bewerten. Der Gottesdienstbesuch liegt bei 40-90 Personen pro Sonntag. Die Zahl aktiver Mitarbeiter ist innerhalb der letzten 13 Jahre von ca. 70 auf ca. 120 Personen gestiegen, insgesamt wird die Zahl der Gemeindemitglieder, die sich in irgendeiner Form am Gemeindeleben beteiligen, auf ca. 300-400 geschätzt.

Wie aus der Statistik ersichtlich ist, sank die Zahl der Paul-Gerhard-Gemeindemitglieder von 1750 im Jahre 2013 auf 1581 im Jahre 2016. Mit weniger als 1500 Mitgliedern wird ein kritischer Schwellenwert erreicht, bei der die derzeitige 75%-Pfarrstelle in Paul-Gerhardt gefährdet ist. Die Pfarrstelle wird leider nicht nach der Aktivität der Gemeinde, sondern ausschließlich nach registrierten Paul-Gerhardt-Mitgliedern berechnet.

Sinkende Mitgliederzahlen haben auch zwangsläufig eine sinkende Zuweisung von Finanzen zur Folge. Darunter kann mittelfristig die Gebäudeerhaltung leiden, bis hin zur Notwendigkeit gemeindeeigene Immobilien zu veräußern. Derzeit sieht der ÄK hierin allerdings noch keine Bedrohung, da unser Gebäudebestand dank der Tätigkeit des Bauteams und des Spendeaufkommens zur Finanzierung der Bautätigkeiten auf modernem Stand ist.

 

2.2 Analyse des Gemeindelebens/ Möglicher Ausblick

Neben der mathematischen Statistik sind weitere Faktoren der Bestandsaufnahme im Hinblick auf die Visitation mindestens genauso wichtig. Hierzu gehören Fragen wie: Was ist uns wichtig? – Was sind unsere Stärken? / Was schätzen Menschen besonders an dieser Gemeinde und leben deshalb in dieser Gemeinde mit? Was erwartet man von uns? – Was sind unsere längerfristigen Ziele?

Von den vielfältigen diskutierten Aspekten seien hier nur die wichtigsten angesprochen, die wir in die Gespräche einbringen wollen. Die Gemeinde ist ein Ort der Begegnung.

Zusammenhalt, gegenseitige Anteilnahme und das gemeinsame Gespräch sind uns besonders wichtig. Die Gemeinde lebt von diesen sozialen Beziehungen, vor allem bietet sie christliche Antworten auf drängende Lebensfragen. Ein fest zugewiesener Pfarrer prägt dieses Gemeindeleben ganz besonders und gibt wichtige geistliche Impulse.

Zu den Stärken unserer PG-Gemeinde, die es auch zu erhalten gilt, gehören vor allem die in Tiefe und Breite intensive Jugendarbeit, die verschiedenen musikalischen Aktivitäten, aber auch die Angebote für Senioren.

Nach wie vor stellt die Gewinnung von aktiven Gemeindemitgliedern im Altersspektrum von 30- 50 Jahren eine besondere Herausforderung dar. Hier sind weitere Anstrengungen erforderlich.

Wir werden selbstverständlich bemüht sein, viele dieser Fähigkeiten und Aktivitäten vor Ort zu erhalten. Dennoch wird es langfristig nicht zu umgehen sein, auf das ein oder andere liebgewonnene Angebot zu verzichten und eine gewisse Zentralisierung bzw. Aufgaben- und Angebotsaufteilung in Kauf zu nehmen.

Wir stehen erst am Anfang eines Prozesses, der uns noch viel Kraft und Engagement abverlangen wird. Diese erste Information soll Ausgangspunkt einer intensiven Diskussion innerhalb der Gemeinde sein. Wir hoffen auf konstruktive Beiträge.

„Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für Furchtsame das Unbekannte, für die Mutigen die Chance“. (Victor Hugo 1802- 1885, französischer Schriftsteller).

Und egal in welcher Organisation und unter welchen Bedingungen wir unser christliches Miteinander in Zukunft gestalten, sollten uns Jesu Worte „denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“ (Math. 18,20) ermutigen das Beste daraus zu machen.

 

3. Gottesdienste in den Sommerferien

Nach diesen grundsätzlichen Überlegungen des Ältestenkreises zum Abschluss noch eine Information zur Gestaltung der Gottesdienste in den Sommerferien. Im Zeitraum der Schulferien erfolgt eine gegenseitige Vertretung in den beiden Kirchen der Bruchsaler Kernstadt.

Und zwar: in den ersten 3 Wochen im August Frau Knoch (10 Uhr Lutherkirche, 11 Uhr Paul-Gerhardt-Kirche),

in den zweiten 3 Wochen der Ferien Pfr. Schowalter (10 Uhr Lutherkirche, 11 Uhr Paul-Gerhardt-Kirche).

 

Jürgen Dick

Aus dem Ältestenkreis 1/2017

1. Besprechung mit der Kindergartenleitung


In der ersten ÄK-Sitzung des Jahres bekam die Leitung des Paul-Gerhardt-Kindergartens die Gelegenheit, aktuelle  Probleme und Wünsche vorzutragen. Frau Groß-Donner berichtete, dass z.Zt. alle 82 Plätze des Kindergartens besetzt
sind. Von der Warteliste konnten im September nur 4 Kinder nachrücken, weil die restlichen freiwerdenden Plätze für Umsetzungen aus den Krippengruppen reserviert waren.


Nach wie vor bestehen bei einem Teil der Kinder mit Migrationshintergrund Probleme aufgrund fehlender deutscher Sprachkenntnisse. Daher ist das Bundesprogramm „Sprache – Migration“ fester Bestandteil der Erziehungsarbeit. Zusätzlich wird, finanziert über die Bürgerstiftung der Stadt Bruchsal, einmal wöchentlich eine einstündige Sprachförderung durch die Theaterpädagogin Frau Metz speziell für Schulanfänger angeboten.
Eine weitere Ergänzung dieser wichtigen Integrationsarbeit ist die Unterstützung durch die Sprachheilschule Forst, die wöchentlich für zwei Stunden eine Lehrkraft an den Kindergarten abstellt.
Im selben Kontext muss auch die musikalische Früherziehung von Frau Oellermann gesehen werden, wofür nach wie vor ein Teil der Kosten aus drei Sonderopfern bis Mitte 2018 aufgebracht werden.


Der Kindergarten wird sich auch in diesem Jahr beim Brückenfest engagieren. Um das während der vorweihnachtlichen Zeit sehr gedrängte Programm etwas zu entzerren, wird der Kindergarten mit Zustimmung des Ältestenkreises 2017 anstelle des Adventsgottesdienstes den Erntedankgottesdienst mitgestalten.

 

2. Heizungsprobleme in der Kirche


Die Kirchgänger haben miterlebt, dass aufgrund technischer Probleme der Heizung einige Gottesdienste während der kalten Januarwochen in den Gemeindesaal verlegt werden mussten. Die Steuerungsprobleme der Heizung konnten
mittlerweile behoben werden. Dennoch muss auch in Zukunft die Heizung bei Minusgraden bereits 2 Tage vorher eingeschaltet werden, um die Temperatur hochzufahren. Der Ältestenkreis hat daher beschlossen, in Zukunft die Gottesdienste von November bis Februar im Gemeindesaal stattfinden zu lassen, um Heizkosten zu sparen. Ausgenommen sind selbstverständlich Festgottesdienste wie z.B. an Weihnachten, bei denen man auf die Kirche
zwingend angewiesen ist.

 


3. Ökumenische Vereinbarung


Aufgrund der strukturellen Veränderungen in der katholischen Gemeinde musste die bisherige ökumenische Vereinbarung neu gefasst werden. Die neue Vereinbarung umfasst jetzt die gesamte Bruchsaler Kernstadt, d.h. die
katholische Seelsorgeeinheit St. Vincent sowie die evangelischen Teilgemeinden Luther und Paul- Gerhardt, die mittlerweile alle, basierend auf einem ökumenischen Treffen am 10. Januar, zugestimmt haben. Gegenüber der alten Fassung gibt es keine wesentlichen Unterschiede, alle bereits gut eingeführten ökumenischen Aktivitäten werden
fortgeführt.


Die Unterzeichnung soll während des diesjährigen gemeinsamen Pfingstgottesdienstes am Pfingstmontag in der Stadtkirche stattfinden.

 


4. Reformationsjubiläum


Erneut dürfen wir die Gemeinde auf die zahlreichen Aktivitäten zum 500-jährigen Reformationsjubiläum hinweisen. Dabei geht es nicht primär darum, die Reformation als historisches Ereignis oder gar die Kirchenspaltung zu feiern,
sondern die Auseinandersetzung mit den inhaltlichen Kernaussagen der Reformation zu suchen. Mittlerweile gibt es einen Flyer mit den Veranstaltungsterminen. Auch unsere Gemeinde beteiligt sich aktiv.

Hier ein Auszug aus dem Programm:
• Eine Briefmarkenausstellung zum Thema „Luther und die Reformation“ in den Räumen unserer Kirche.
• Ein Vortrag von Dr. Gerhard Dörner am 10.10. im Gemeindesaal zum Thema „Gottes Haushalter im Daseinskampf. Der evangelische Pfarrer des 16. Jahrhunderts“.
• Das Projekt „Luther mittendrin“.
• Ein öffentliches Singen auf dem Wochenmarkt am 8. April 10 Uhr.

 

Jürgen Dick

Aus dem Ältestenkreis 4/2016

1. Wo ist die Zeit geblieben?


Eins, zwei drei! Im Sauseschritt läuft die Zeit, wir laufen mit.
Die altbekannten Verse von Wilhelm Busch kamen mir in den Sinn, als ich wieder einmal vor die Aufgabe gestellt war, aus dem Ältestenkreis zu berichten. Schon wieder ein Kirchenjahr, das zu Ende gegangen ist; eine der üblichen zeitlichen Zäsuren, die dazu anregen, innezuhalten, eine kurze Bilanz zu ziehen, über erreichte oder nicht erreichte Ziele zu sinnieren, Konsequenzen zu ziehen und Pläne für den nächsten Zeitabschnitt zu schmieden. Dabei hat man nicht selten das Gefühl, dass einem die Zeit davonläuft.

Die Zeit ist materiell nicht fassbar, sie ist nicht festzuhalten oder gar zurückzudrehen, obwohl wir das manches Mal gerne möchten. Offensichtlich bestehen zwischen der subjektiv wahrgenommenen Zeit und der objektiv messbaren oft deutliche Differenzen, wobei ein ereignisreicher Zeitraum eher kurz erscheint und wie im Fluge vergeht. Eine entsprechend pragmatische Hilfestellung gibt der Schriftsteller und Historiker Golo Mann: Nicht die schiere Zeit zählt für das nachdenkende Gefühl, sondern das, was in ihr geschah. Insofern wäre das objektive Gefühl der im Sauseschritt verlaufenen Zeit in erster Linie auf ihren Ereignisreichtum zurückzuführen.

Dies gilt sicherlich auch für unser Gemeindeleben im abgelaufenen Kirchenjahr, auf das wir erneut trotz schmerzlicher Verluste von liebgewonnenen Gemeindemitgliedern in Dankbarkeit zurückblicken können. Dabei geht es gar nicht um spektakuläre Ereignisse, sondern um die vielen Begegnungen in Gottesdiensten, Freizeiten, Brückenfest, Gruppenarbeit und vielen anderen Aktivitäten. Besonders zu erwähnen ist sicherlich die große Aktion im Bündnis für Menschlichkeit, in dem erneut für Toleranz und christliche Nächstenliebe demonstriert wurde. Bei aller Sorge um die Zukunft einer im Umbruch befindlichen und spannungsgeladenen Welt, haben wir Christen allen Grund und auch das Rüstzeug, um unbeirrt an der Zukunft zu bauen. Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann heißt es hierzu passend im Brief an die Galater 6,10. Dabei haben wir auch keinen Grund, am Verrinnen der Zeit zu verzagen.

In einem schönen Kirchenlied von Peter Strauch heißt es am Schluss:
Stunden, Tage, Jahre gehen hin,
und ich frag, wo sie geblieben sind
Meine Zeit steht in deinen Händen,
nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden,
gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.


Und Martin Luther soll einst gesagt haben:

Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.

 


2. Vom Rückblick zum Ausblick


Damit wären wir beim Schwerpunkt des neuen Kirchenjahres, den Feiern zum 500-jährigen Reformationsjubiläum. Der erst kürzlich in Bruchsal stattgefundene Bezirkskirchentag gab hierzu den Auftakt mit zahlreichen Veranstaltungen und Workshops. Auch unsere Paul-Gerhardt- Gemeinde war aktiv beteiligt, hat an einem Stand ihr Verständnis von lebendigem Gemeindeleben präsentiert und mit einem Eintopfessen für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. Besonders beeindruckend war der ökumenische Gottesdienst in der bis auf den letzten Platz besetzten Stadtkirche.

Im neuen Jahr wird die Veranstaltungsreihe zum Reformationsjubiläum fortgesetzt. Die vorgesehenen Aktivitäten sollen jeweils rechtzeitig veröffentlicht werden. Erneut sei darauf hingewiesen, dass es dabei nicht nur um einen historischen Rückblick auf die Ereignisse zu Beginn des 16. Jahrhunderts geht. Vielmehr bietet sich die Gelegenheit
einer Auseinandersetzung mit den Gedanken und Zielsetzungen des Reformators bzw. der Reformatoren (Luther war nicht alleine, sondern wurde durch tatkräftige Mitstreiter unterstützt, darunter der in Bretten geborene Melanchthon!) und ihrer Bedeutung für unsere heutige Zeit.


Auf zwei Veranstaltungen, die bereits im ersten Quartal des neuen Jahres stattfinden und an denen auch Gemeindemitglieder aktiv teilnehmen, möchte ich besonders hinweisen:


ˆDas Pop-Oratorium Luther mit Beteiligung des deutlich verstärkten PG-Chores am 12. Februar in der SAP-Arena in Mannheim. Als Chormitglied kann ich meine ersten Eindrücke von den Proben wiedergeben:
Eine spannende Story mit mitreißenden Melodien, bei der man außerdem eine Geschichtsstunde über Luthers Beweggründe und sein Auftreten beim Reichstag in Worms erhält. Absolut empfehlenswert!

Eine Vortragsreihe über eines der Kernthemen Luthers, Von der Freiheit eines Christenmenschen  (geplante Termine 2., 9. und 16. Februar), eine Thematik, aus der sicherlich auch aktuelle Bezüge herzustellen sind.

Außerdem wird Pfr. Schowalter in den Gottesdiensten auf das Schwerpunktthema Reformation eingehen, u.a. mit Liedpredigten zu Reformationsliedern, einer thematischen Predigtreihe und verschiedenen Schriften von Luther.

Ergo: Ein interessantes und spannendes Jubiläumsjahr, auf das wir uns freuen können.

 


3. Aktuelle Informationen


Nun könnte der Leser dieser Zeilen den Eindruck gewinnen, dass sich der Ältestenkreis in seinen letzten Sitzungen vorrangig mit Fragen der Zeit, einer Bilanzierung des vergangenen Kirchenjahres und dem Reformationsjubiläum beschäftigt hat. Dies ist selbstverständlich nicht der Fall. Erneut gab es eine Fülle von administrativen und organisatorischen Fragen des Gemeindealltages zu diskutieren und zu entscheiden. Daher zum Abschluss die wichtigsten Maßnahmen bzw. Planungen:

ˆEs wird eine Lizenz beschafft zum Eigenfertigen von Liederbüchern für Jugend-/ Hauskreise, Gemeindeereignisse, Bandproben etc..

ˆProjekt Induktives Hören für Hörgeschädigte im Gottesdienst: Vorbild ist eine entsprechende Installation in einigen Kirchenbänken in Heidelsheim. In einer Umfrage soll eine Bedarfsermittlung für die Paul-Gerhardt-Gemeinde durchgeführt werden. Wenn Sie dazu Anregungen und Gedanken haben, bitten wir Sie, sich bei den Ältesten oder im Pfarramt zu melden.

Die Projekte der Renovierung des Lindenhofes sowie der Küchensanierung wurden weiter vorangetrieben. Wenn alle Genehmigungen erteilt sind, wollen wir im ersten Halbjahr noch einige Schritte tun.

Die Regale im Kirchenfoyer mit den Info-Flyern bzw. Zeitschriften sollen in Zukunft durch übersichtlichere Gestaltung zu vermehrtem Einblick seitens der Gemeindemitglieder anregen. Nehmen Sie bitte die Gelegenheit wahr, sich dort über zahlreiche interessante Veranstaltungen und Institutionen, die nicht alle in den Abkündigungen erwähnt werden können, zu informieren.

Auch für den Ältestenkreis verfliegt die Zeit. Die Hälfte der Amtsperiode ist bereits absolviert. Auch dies ist eine Zäsur, bei der sich die Frage stellt: Was hatten wir uns vorgenommen, was haben wir wirklich erreicht? Die Diskussion dieser Fragestellung wird Gegenstand unserer Ältestenrüstzeit (man könnte es auch Klausurtagung nennen) am 10./11.3. in Bad Herrenalb sein. Über die Ergebnisse soll in der nächsten Gemeindezeitung berichtet werden.

Abschließend darf ich im Namen des gesamten Ältestenkreises der Gemeinde ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr 2017 wünschen!


Jürgen Dick

 

Nächste Sitzungen des Ältestenkreises:

8.12.2016

12.1.2017

23.2.2017

6.4.2017

Aus dem Ältestenkreis 3/2016

Neben der Nachbetrachtung einiger Veranstaltungen und den laufenden organisatorischen Maßnahmen, hat sich der Ältestenkreis in seinen letzten Sitzungen auch mit zwei Themen von grundsätzlicher Bedeutung befasst. Sie zeugen davon, dass die Kirche kein isolierter sozialer Raum ist, sondern auch den Einfl üssen eines sich ständig verändernden  gesellschaftlichen Umfeldes unterworfen ist.


Grundsätzliches


Gottesdienstliche Begleitung und Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften

Die Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden hat am 23.4.2016 mit Drei-Viertel- Mehrheit beschlossen,  dass gleichgeschlechtliche Paare, die eine eingetragene Lebensgemeinschaft vor dem Standesamt eingegangen sind, in einem öffentlichen Traugottesdienst gesegnet werden können.
Der bisher gültige Beschluss vom 12.4.2003, wonach die Landessynode die geistliche Begleitung gleichgeschlechtlicher Paare befürwortete, diese aber ausschließlich im Bereich der Seelsorge stattfi nden sollte, wurde als nicht mehr  tragfähig angesehen. Der jetzt getroffene Beschluss entspricht einer Regelung, die bereits in einer Mehrzahl der Gliedkirchen der EKD praktiziert wird.
Damit soll dem Wunsch von gleichgeschlechtlichen Paaren, die in eingetragener Partnerschaft leben, entsprochen werden, Gottes Segen für den gemeinsamen Weg zu fi nden.
Bereits in der Diskussion im Vorfeld des Beschlusses war dieser auch unter den Synodalen nicht unumstritten. Es gab Auffassungen, die davon ausgingen, dass „jedes segnende Handeln von einer positiven biblischen Aussage her abgeleitet werden und darauf gründen muss“.
Zieht man die wichtigsten konkreten Aussagen der Bibel zum Thema „Homosexualität“ (vor allem im 3. Buch Mose, 18. und 20. Kapitel, sowie bei Römer 1, 26 f.) heran, so wird dort homosexuelles Verhalten ausnahmslos negativ bewertet, wobei Homosexualität im biblischen Gesamtzeugnis eher ein Nebenthema ist und bei der überlieferten
Verkündigung Jesu keine Rolle spielt.
Den konkreten und eindeutigen ablehnenden Aussagen der Bibel, stellen die Befürworter des Synodalbeschlusses „zwei sehr starke und sich durch die Bibel ziehende Impulse für Nächstenliebe und gegen Ausgrenzung und Diskriminierung“ entgegen (Weitere Einzelheiten sind unter www.ekiba.de/content/homosexualitaet
nachzulesen).
Der Ältestenkreis hat sich in seiner letzten Sitzung mit der Thematik auf der Grundlage eines von Pfr. Schowalter vorbereiteten Diskussionspapiers auseinandergesetzt. Dabei wurden ähnliche unterschiedliche Standpunkte eingenommen. Konsens bestand darin, dass gleichgeschlechtlich orientierte Menschen nicht diskriminiert werden dürfen. Dabei stellt sich allerdings die Kernfrage, ob die bisherige Unmöglichkeit einer gleichgeschlechtlichen kirchlichen Trauung bereits eine Diskriminierung darstellt. Grundsätzlich handelt es sich bei der Thematik um ein Problem der Schriftauslegung im Kontext des vom Zeitgeist geprägten öffentlichen Diskurses. Keinesfalls handelt es sich um die Frage von Christsein oder nicht!

Der Beschluss der Landessynode trägt den bestehenden Zweifeln Rechnung. Ob ein/e Pfarrer/in ein Trauung gleichgeschlechtlicher Partner vornimmt, ist seiner/ihrer persönlichen Entscheidung überlassen. Wenn der/die Pfarrer/
in die Trauung nicht selbst übernehmen möchte, beauftragt der Dekan/die Dekanin einen anderen.
Außerdem steht noch eine Änderung der „Lebensordnung Ehe und kirchliche Trauung“ an, bei der die Bezirkssynoden und die Ältestenkreise gehört werden müssen. Dies ist noch nicht geschehen.

 

Taufbegehren von Asylbewerbern

Die Aufnahme von Flüchtlingen in die Gemeinschaft der Christen durch die Taufe ist grundsätzlich willkommen. Dennoch ist die Landeskirche vorsichtig und vertritt die Auffassung, dass die Taufe vor Missbrauch geschützt werden muss. Offensichtlich gehen muslimische Asylbewerber irrtümlich davon aus, dass eine Taufe Vorteile im Asylbewerberverfahren bringen könnte. Wie schon früher festgelegt, soll daher nur dann getauft werden, wenn vorher ein Taufunterricht besucht wurde. Entsprechende Angebote existieren, Auskunft erteilt das Pfarramt.

 

Veranstaltungen

Gemeindefreizeit in Zukunft fester Bestandteil des Jahresprogrammes

Auch in diesem Jahr fand die Gemeindefreizeit eine überaus positive Resonanz. Insbesondere die Auswahl des Hauses mit den angebotenen Serviceleistungen hat sich als überaus vorteilhaft erwiesen. Konnten doch dadurch, wie erhofft,
die Teilnehmer entlastet werden und sich den eigentlichen Themen, Inhalten und Aktivitäten der Freizeit in vollem Umfang widmen.
Als Konsequenz wurde entschieden, die Gemeindefreizeit endgültig zu einem festen Bestandteil der  Gemeindeangebote zu machen und künftig jährlich durchzuführen.
Insbesondere die Begegnung von jungen und älteren Gemeindemitgliedern wird als konstruktiv und gewinnbringend angesehen. Die Neu-Konfi rmierten sollen daher gezielt eingeladen werden.

 

Rückblick auf das Brückenfest 2016

Das diesjährige Brückenfest mit vielen Aktivitäten für Jung und Alt war aus Sicht des ÄK erneut ein voller Erfolg. Durch optimierte Organisation und einer größeren Helferzahl konnten Engpasssituationen bei der Essen- und  Getränkebestellung in diesem Jahr weitgehend vermieden werden. Ein großes Dankeschön an alle Organisatoren, Bedienungen, Helfer an den verschiedenen Stationen und diejenigen, die im Hintergrund gewirkt haben.

 

Organisatorisches


Kindergartenbeiträge

Die Kindergartenbeiträge müssen leider erhöht werden, wofür es im Wesentlichen drei Gründe gibt:
- Gestiegene Tarife für Erzieherinnen (Anmerkung: sicherlich eine berechtigte Maßnahme),
- ein 20% - Anteil der Deckung der Unkosten durch Elternbeiträge muss erreicht werden (was bisher noch nicht der Fall war)
- eine Veränderung der Zweitkinderregelung.

Die Kindergartenbeiträge werden gemeinsam von der Ev. Kirchengemeinde Bruchsal und dem Katholischen Stiftungsrat festgelegt, um in den kirchlichen Kindergärten gleiche Beitragsstrukturen zu haben.


Renovierungsprojekt 2017 Lindenhof

Nachdem durch unermüdlichen Einsatz unseres Bauteams in den letzten Jahren die Renovierung des Kirchengebäudes deutliche Fortschritte gemacht hat, hat der ÄK für 2017 die überfällige Renovierung des Lindenhofes als nächstes
größeres Infrastrukturprojekt beschlossen. Die voraussichtlichen Kosten wurden mit über 30 000 EUR veranschlagt. Eine Vorkalkulation hat ergeben, dass unter Rückgriff auf die Substanzerhaltungsrücklage die Finanzierung machbar
ist. Eingehendere Informationen werden bei der nächsten Gemeindeversammlung bekanntgegeben


Jürgen Dick

 

 

Nächste Termine Ältestenkreis:

13.10.2016

10.11.2016

8.12.2016