Aus dem Ältestenkreis 4/2013

 

 

 

 

 

 

Mit diesem Bericht gibt der bestehende Ältestenkreis letztmals in seiner Amtszeit einen Rückblick auf Tätigkeiten und Geschehnisse in der Gemeinde während eines zu Ende gehenden Quartals. Obwohl die Vorbereitungen auf die Kirchenwahlen am 1. Adventssonntag schon kräftig am Laufen sind, haben Pfarrer Schowalter und die Ältesten weiterhin ihr Arbeitspensum erledigen müssen, um keinen Stillstand im Gemeindeleben zu verursachen. Insofern gab es in den Abläufen auch keine großen Veränderungen gegenüber den verflossenen Vierteljahresabschnitten, sondern außer der Reihe höchstens jahreszeitlich bedingte Vorgaben zu gestalten. Dennoch: Ganz und gar ließ sich die bevorstehende Zäsur nicht beiseite schieben und hat – zumindest in Teilen – Einfluss auf unser Denken und Handeln gehabt. Vor allem lag Pfarrer und Ältesten am Herzen, dass ein geordneter Übergang von alter zu neuer Gemeindeleitung gewährleistet ist (so genannte Altlasten sollte es keine geben). Deshalb hat der Ältestenkreis neben seinen üblichen Entscheidungen und Planungen zuletzt auch ein Resümee übr die geleistete Arbeit und den Stand der Gemeindefinanzen gezogen (siehe dazu auch den Rückblick des ÄK und den Bericht von der Gemeindeversammlung).

 

Bau- und Finanzangelegenheiten

 

Von Beginn seiner Amtszeit an hatte sich der Ältestenkreis zum Ziel gesetzt, die in die Jahre gekommenen Gebäude und Räumlichkeiten in der Paul-Gerhardt-Gemeinde sukzessive zu erneuern, soweit unsere finanziellen Mittel dazu reichen. Bis in den Zeitraum, den dieser Bericht zu behandeln hat, haben die Bestrebungen nun bereits gedauert, ohne dass ein Ende abzusehen ist. Aber jedes Gemeindeglied, das sich Gemeindehaus, Kirche und Pfarrhaus von außen betrachtet, kann erfreuliche Unterschiede zu früheren Jahren feststellen. Erst mit einem Besuch der Räume kann jedoch das ganze Ausmaß der bis dahin vorgenommenen Verschönerungen erfasst werden, die vor allem im Gemeindesaal und im ehemaligen Pfadiheim hervorstechen. Gelegenheit zur Begutachtung besteht regelmäßig an Sonntagen vor und nach den Gottesdiensten, eventuell auch verbunden mit der Teilnahme am monatlichen Kirchenkaffee (im Gottesdienstplan veröffentlicht), oder aber auch an Wochentagen, wenn sich unsere einzelnen Gruppen und Kreise treffen, denen sich weitere Gemeindeglieder getrost anschließen dürfen.

 

Mit dem Abschluss der Kirchturmsanierung und den Umbaumaßnahmen am Anbau des Pfarrhauses konnten zuletzt noch zwei große Bauvorhaben umgesetzt werden, die auch vom finanziellen Aufwand beachtenswert sind. Besonders die Erneuerung von Dach und Giebelelement des Pfarrhausanbaus, in dem sich das Wohnzimmer unserer Pfarrersfamilie befindet, war aus energetischen Gründen unaufschiebbar. Leider konnten wir bei dieser Maßnahme nur den üblichen Baukostenzuschuss der Landeskirche erhalten, weil die ursprünglich vorgesehenen Mittel eines Sanierungsprogramms für Pfarrhäuser bereits ausgeschöpft waren. Wenn wir nun eine Bestandaufnahme aller unserer bis dahin durchgeführten Renovierungsarbeiten machen, dann können wir dankbar eine Vielzahl von positiven Ergebnissen feststellen. Neben den beteiligten Fachfirmen ist dabei das Bauteam von Paul-Gerhardt besonders zu würdigen, das sich in uneigennütziger Weise und mit viel Fleiß an den notwendigen Arbeiten beteiligt hat. Zu danken hat der Ältestenkreis auch den treuen Gemeindegliedern, die mit ihren Spenden die erheblichen Kosten der Baumaßnahmen zu finanzieren geholfen haben. Schließlich gilt es noch dem Förderverein der Paul-Gerhardt-Gemeinde ein Dankeschön zu sagen, denn er hat ebenfalls wertvolle finanzielle Unterstützung geleistet. Sowohl Bauteam wie Förderverein sind aus dem Leben von Paul-Gerhardt nicht mehr wegzudenken – beiden Gruppierungen kann man im Übrigen als Mitglieder beitreten und damit ihren Tätigkeitsbereich erweitern helfen (übers Bauen gibt’s nachstehend noch einen separaten Bericht).

 

Wegen der erheblichen finanziellen Aufwendungen für die zuletzt und schon vorher geleisteten Baumaßnahmen sind die im Renovierungsspendenkonto angesparten Mittel in der Zwischenzeit fast restlos verbraucht. Bei der Finanzierung der jetzt fertiggestellten Sanierungsarbeiten musste deshalb auf das laufende Gemeindekonto zugegriffen werden, das auf diese Weise seinem Zweck als Liquiditätsreserve alle Ehre gemacht hat. Wenn es jedoch in den kommenden Jahren weitergehen soll mit Erneuerung und Verschönerung des Gemeindezentrums, wird es ohne zusätzliche Hilfe und Unterstützung aus der Gemeinde nicht vonstattengehen können.

 

Neben den für die Baumaßnahmen benötigten Geldmittel hatte das Leitungsgremium weiter Anstrengungen zu unternehmen, den im Haushalt nicht vorgesehenen Ausgabeposten für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) zu finanzieren. Dies ist dank der Unterstützung des Fördervereins und einiger regelmäßiger Spender bisher recht gut gelungen, so dass die berechtigte Hoffnung besteht, diese für die gemeindliche Jugendarbeit wichtige Aufgabe dauerhaft beibehalten zu können. Pfarrer und Älteste sind sehr dankbar für den Einsatz, den Louisa übers Jahr gezeigt hat und freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit mit Patrick, der bereits eigene Akzente gesetzt hat.

 

Eine zusätzliche positive Entwicklung hat es glücklicherweise im Bereich der Haushaltsführung gegeben. Seit der Budgetierung der Haushaltsmittel, also der eigenständigen Verwaltung in den einzelnen Pfarrgemeinden ab 2010, haben wir durch strikte Ausgabendisziplin erreicht, dass seither jährlich kleinere Überschüsse erwirtschaftet werden konnten. Da wir durch Vorgaben der Landeskirche aber gezwungen sind, eine dauerhafte Rücklage für Substanzerhaltungsmaßnahmen zu bilden, sind diese Überschüsse konsequenterweise dafür verwendet worden.

 

Gottesdienste und Gemeindeleben

 

Sowohl das geistliche Leben wie das gesellige Miteinander prägen seit jeher das Bild unserer Paul-Gerhardt-Gemeinde – beide Elemente gehören zur Grundlage einer lebendigen Gemeinschaft. So gesehen hat auch der Herbst dieses Jahres bei uns wieder viele Gelegenheiten geboten, die Verbindungen untereinander zu vertiefen.

 

Erstes wichtiges Ereignis in der Reihe von Gottesdiensten im Berichtszeitraum war die Einführung der neuen Konfirmanden am 22. September. Ein gutes Signal für sie, dass unsere Gemeinde auf junge Menschen setzt, war die Mitgestaltung des Gottesdienstes durch unsere Jugendlichen. In diese Richtung passen auch gleich weitere Gottesdienste. So sind beispielsweise die Schüler der Konrad-Adenauer-Schule, die den Erntedankgottesdienst mitgestaltet haben, nochmal einige Jahre jünger. Und wenn wir am 1. Advent Gottesdienst feiern, so wird das unter reger Mithilfe der Kinder des Paul-Gerhardt-Kindergartens geschehen. Zu den jüngsten Besuchern unserer Kirche zählen schließlich die Kinder der Minigottesdienste, die zuletzt im Oktober und nochmals am 2. Advent zusammenkommen. Es ist eine Freude zu sehen, mit welcher Begeisterung sie ihre Gottesdienste feiern und wie liebevoll sie dabei angeleitet werden. Etwas zwischen den bisher genannten Teilnehmern an Gottesdiensten rangieren die Kindergotteskinder, die dafür aber genauso regelmäßig wie die Erwachsenen ihre eigenen Gottesdienste feiern. Geleitet werden diese Gottesdienste durch ein Team von kompetenten Jugendlichen unserer Gemeinde.

 

Natürlich haben in diesen Tagen zwischen Herbst und Winter neben den regulären Sonntagsgottesdiensten wieder einige besondere Gottesdienstfeiern stattgefunden. Erwähnt werden soll hier zunächst der Gottesdienst in der Peterskirche am 27. Oktober, bei dem die Paul-Gerhardt-Gemeinde zu Gast war. Dauerhaft feiert mittlerweile der Ökumenische Hospizdienst seinen Jahresgottesdienst bei uns in der Kirche – in diesem Jahr am 14.11. Regelmäßig begeht die evangelische Christenheit weiterhin den Buß- und Bettag; damit vor allem Berufstätige eine Chance zum Kommen haben, findet der Gottesdienst in Paul-Gerhardt in der Abendzeit statt. Mit dem Ewigkeitssonntag, an dem wir der Verstorbenen des letzten Jahrs gedenken, wird schließlich das Kirchenjahr abgeschlossen.

 

Von der traditionellen Studienfahrt über die Teilnahme an der Bezirksvisitation, dem Eintopfessen der Pfadis an Erntedank, dem Wanderwochenende der Männerrunde und den Begegnungen der Hauskreise bis hin zur Gemeindeversammlung mit der Vorstellung der Kandidierenden zum neuen Ältestenkreis gab es gleich mehrere Möglichkeiten zu gemeinschaftliche Unternehmungen. Für die Ältesten, die auch im Kirchengemeinderat vertreten sind, klang die letzte Sitzung im Oktober mit einem Abschiedsessen aus. Die Schlusssitzung unseres Ältestenkreises wird dagegen erst nach Redaktionsschluss dieser Gemeindezeitung stattfinden. Dabei wollen sich alte wie neu gewählte Älteste Anfang Dezember zusammensetzen, um eine geordnete Übergabe der Amtsgeschäfte zu arrangieren. Einen gemeinsamen Auftritt werden wir nochmals haben, wenn dann am 3. Adventssonntag die Verabschiedung der ausscheidenden Ältesten erfolgt und die Einführung der neuen Ältesten vollzogen wird.

 

Abschluss und Ausblick

 

Neben den Zusammenkünften interner Art wird es ebenfalls ein Treffen von bisherigen wie zukünftigen Ältesten mit dem Pfarrgemeinderat unserer Schwesterpfarrei St. Peter am 12. Dezember geben. Es soll ein Zeichen der Bestätigung unserer gewachsenen Beziehungen sein, gleichzeitig aber auch Ausgangspunkt für neue Begegnungen und weitere Fortschritte auf dem Weg unseres ökumenischen Miteinanders. Spannend in diesem Zusammenhang ist die Frage nach der zukünftigen Entwicklung der katholischen Gemeinden in Bruchsal, von deren Auswirkungen auch die Paul-Gerhardt-Gemeinde betroffen sein dürfte. Hoffen und beten wir für unsere katholischen Glaubensgeschwister, dass sie sich auf verbindliche und tragfähige Lösungen für eine gemeinsame Pfarrei einigen können.

 

Am Ende ihrer Amtszeit blicken die Ältesten voller Dankbarkeit auf die zurückgelegten Jahre und die geleistete Arbeit zurück. Es war eine Zeit intensiver Beratungen und wichtiger Entscheidungen, von denen manch eine Kopfzerbrechen und unruhige Nächte verursacht hat. Dabei haben wir stets versucht uns von Gottes Wort leiten zu lassen und unser Amt der Grundordnung der Badischen Landeskirche gemäß auszuüben, auf die wir verpflichtet sind. Wir hoffen dazu beigetragen zu haben, den Aufbau der Gemeinde zu fördern und das Miteinander ihrer Glieder in Liebe zu gestalten. Sollten wir jemanden verletzt oder ungerecht behandelt haben, so bitten wir um Verzeihung.

 

Vielfältigen und von Herzen kommender Dank gilt es auszusprechen

 

· allen Gemeindemitgliedern und der Gemeindeversammlung mit ihren Vorsitzenden für das jahrelange Vertrauen und die große Akzeptanz während unserer Amtszeit

 

· unserem Pfarrer für gegenseitige Anerkennung, konstruktive Zusammenarbeit und freundschaftlichen Umgang miteinander

 

· unseren Ehepartnern für große Geduld, viel Verständnis und herzliche Unterstützung zu allen Zeiten unserer Tätigkeit (vor allem, wenn’s besonders nötig war)

 

Gelobt sei unser himmlischer Vater, der uns die verantwortungsvolle Aufgabe als Älteste überhaupt hat tragen lassen und uns allen über die Jahre unsere Gesundheit erhalten hat.

 

Die ausscheidenden Ältesten verabschieden sich von ihren weiter im Ältestenkreis aktiv tätigen vier Kolleginnen und Kollegen mit einem herzlichen „Gott befohlen“. Wir wünschen ihnen und ihren zukünftigen Gefährten einen guten Start in die neue Amtszeit und Gottes Segen bei all ihrem weiteren Tun. Mögt Ihr stets beherzigen: „Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen“ (Ps 127,1).

 

Friedbert Schwarz, Vorsitzender